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Bericht über die Mahnwache aus Anlass der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vom 6. bis 9. August 2025 in Dresden an der Nordseite der Kreuzkirche

Die AG Frieden, Attac Dresden und weitere zivilgesellschaftliche Akteur:innen veranstalteten zum 11. Mal eine Mahnwache an der Kreuzkirche, um an die verheerenden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zu erinnern und die gegenwärtigen Gefahren atomarer Aufrüstung zu thematisieren. Das war uns in diesem Jahr besonders wichtig, da wir den 80. Jahrestag dieser Ereignisse begehen.

Am Mittwoch, den 6.8.25 wurde die Mahnwache mit einer Kundgebung eröffnet. Die Redner:innen kritisierten die immer weiter wachsenden Rüstungsausgaben, während Mittel und Möglichkeiten der zivilen Konfliktlösung immer weiter zurückgedrängt werden. Es wurde auf die Risiken für das zivile Gesundheitswesen hingewiesen, das schon in Friedenszeiten an seine Belastungsgrenze stößt. Im Fall eines Krieges müsste es einen erheblichen Teil seiner räumlichen und personellen Ressourcen dem Militär zur Verfügung stellen.

Am Abend des 7. August konnten wir den Ökonomen, Pädagogen und Soziologen Dr. Heinz Klippert zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion begrüßen. Er sprach zum Thema "Den Frieden vorbereiten – aber wie? Plädoyer für einen reflektierten Pazifismus". Der Referent kritisierte die vorherrschende Politik, die auf die militärische Lösung von Konflikten setzt statt nach diplomatischen Auswegen und möglichen Kompromissen zu suchen. Er betonte die Rolle des Bildungswesens, um die das gegenseitige Verständnis fördernde Kommunikation zu verbessern und Verständnis für andere und deren Sichtweisen zu fördern.

Am 9.8.25 wurde die Mahnwache mit einer Abschlusskundgebung beendet. Es wurden zwei Erlebnisberichte von Kindern aus Nagasaki vorgelesen, die die Ereignisse am 9.8.1945 aus ihrer Sicht schilderten. Eine Rednerin forderte den Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert auf, gegen die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland zu kämpfen. Seit unsere Stadt 2020 den ICAN-Städteappell für den Beitritt der BRD zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet hat, sind in dieser Hinsicht keine weiteren Aktivitäten erfolgt. Zum Beginn und zum Abschluss sangen die Teilnehmer:innen, unterstützt durch einen Gitarristen, „Sag mir, wo die Blumen sind“ bzw. „We shall overcome“.

Während der Mahnwache kamen wir mit vielen Bürger:innen in Kontakt und sammelten 196 Unterschriften für den Berliner Appell gegen die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in der BRD und 172 Unterschriften für den Appell an die Bundesregierung „Unterzeichnen Sie das UN-Atomwaffenverbot“.