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Gespräch über die InRa-Studie "Institutionen & Rassismus" 2022 - 2024

24.03.2026, ab gegen 19 Uhr im Ökumenisches Informationszentrum e.V. (ÖIZ), Raum Sophia, Kreuzstraße 7, 4. Etage, rechts im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026

In den Jahren 2022 - 2024 untersuchte die Studie "Institutionen & Rassismus" Rassismus in verschiedenen deutschen Behörden. Jetzt liegt der Abschlussbericht vor ( fgz-risc.de/forschung/inra-studie: fgz-risc.de/fileadmin/media/publikationen/InRa-Studie.pdf). Über die Schlussfolgerungen daraus möchten wir gern ins Gespräch kommen.

Dort wird klargestellt, dass es bei Rassismus nicht um das persönliche Fehlverhalten von wenigen Einzelpersonen geht, sondern um ein gesellschaftliches Problem. Das Missverständnis von "Rassismus" als "Kampfbegriff" führte zu massiven Abwehrreaktionen, die die Forschungen erschwerten. Beim Rassismus werden Menschen in Gruppen unterteilt, diesen verallgemeinerte und unveränderliche Eigenschaften zugeschrieben und sie so abgewertet und damit gesellschaftliche Macht- und Dominanzstrukturen reproduziert und begründet. Oder kurz: Es geht um Vorurteile, die durch Herrschaft durchgesetzt werden. Es wird zwischen individuellem (Vorurteile, Einstellungen, Verhalten), institutionellem (informelle Praktiken, kollektive Routinen, Richtlinien, Gesetze) und strukturellem (kollektive Stereotype, ungleiche Chancen und Einflussmöglichkeiten) Rassismus unterschieden. Gleichzeitig werden die Zusammenhänge und Wechselwirkungen dargestellt. So führt Personalmangel in den Behörden häufig dazu, dass zuerst einfachere Fälle bearbeitet werden und Fälle, bei denen eine Übersetzung benötigt wird, vernachlässigt werden. Aber z.B. als "weiß" angesehene Flüchtlinge aus der Ukraine wurden "weißen" Deutschen bei den Sozialleistungen gesetzlich gleichgestellt, während andere Personen mit Migrationshintergrund, ob aus der Ukraine oder von woanders, ihnen gegenüber benachteiligt wurden. Das wirkte sich auch beim Umgang mit ihnen aus, z.B. bei der Übersetzung von Formularen oder der Integration in den Arbeitsmarkt. Wegen Racial Profiling (verstärkte anlasslose Kontrolle von Menschen, die nicht als "weiß" betrachtet werden) tauchen betroffene Personen häufiger in der Kriminalstatistik auf, was als Rechtfertigung dieses institutionalisierten rassistischen Verhaltens verwendet wird und rassistische Vorurteile bei der Polizei und Zoll verstärkt. Rassistisch benachteiligte Behördenmitarbeitende werden "im Spaß" von anderen Mitarbeitenden abgewertet. Diesen und anderen Benachteiligungen wird aber häufig nicht entgegengewirkt. Häufig gibt es keine entsprechende Anlaufstelle oder diese ist nicht bekannt. Die betroffenen Personen erleben häufig, dass sie mit einer Kritik an diesem Verhalten allein dastehen oder sogar dann erst recht ausgegrenzt werden. Es werden noch viele weitere entsprechende Beispiele beschrieben.

Lasst uns über diese Probleme reden und gemeinsam überlegen, wie dem entgegengewirkt werden kann.